Kinder verstehen unter einer guten Kita oft etwas anderes, als Fachkräfte und Eltern. In einer Beitragsreihe stellen wir geeignete Methoden für die Befragung von Kindern vor und zeigen, was Erwachsene dabei Erstaunliches herausfinden können.

Wie, mit welchen Methoden, finden Erwachsene eigentlich am besten heraus, was die Kinder beschäftigt und was sie sich wünschen? In unserer vierteiligen Beitragsreihe stellt Ingmar Everding, Koordinator des Bündnisses Qualität im Dialog im nördlichen Weserbergland bewährte Methoden zur Kinderbefragung vor. Das Bündnis ist eines der Finalisten des Deutschen Kita-Preises 2019. Die Akteure wollen mithilfe der Kinderbefragungen die Qualität in ihren Einrichtungen verbessern. Lesen Sie hier, was die Eltern und Pädagogen des Bündnisses gemeinsam mit den Kindern herausgefunden haben.

Teil 3 der Beitragsreihe:

Dinos verboten doch nicht für alle… ?

Das haben wir bei einem Malinterview herausgefunden.

Foto: Ingmar Everding.

Wie funktioniert die Methode?

Bei einem Mal-Interview stellen wir drei Fragen an die Kinder und lassen sie etwas dazu malen: Was findest du in der Kita toll? Was ist nicht so schön? Was wünschst du dir? Zum Ende der Mal-Zeit kommen die Erwachsenen einzeln mit den Kindern ins Gespräch und lassen sich die Bilder von ihnen erklären.

Was sind die Vorteile?

Bei dieser Methode haben die Eltern und Pädagogen sehr schnell ein Ergebnis – buchstäblich –  in der Hand, das sie gemeinsam betrachten und auswerten können. 

Worauf sollte man achten?

Die Kinder brauchen ausreichend Zeit zum Malen, damit sie sich nicht gedrängt fühlen. Das Gespräch zum Bild ist wichtig, denn oft ist für Erwachsene nicht zu erkennen, was gemeint ist. Sie sollten die Kinder auch immer erst fragen, ob sie deren Gemälde anderen Leuten zeigen oder Notizen auf das Originalbild machen dürfen.

Wie finden die Kinder selbst diese Methode?

Die Kinder finden es spannend, wenn wir ihnen erklären, dass die Bilder in einer Kunstaustellung für Erzieherinnen und Erzieher ausgehängt werden sollen. Oft sprechen die Kleinen auch mit ihren Eltern über das, was sie gemalt haben. Denn wir nutzen die Bilder auch für die Elternarbeit.

Was haben Sie damit herausgefunden – und verändert?

Einmal gab es am Maltisch eine große Diskussion, ob nun Dinos mit in die Spielhöhle gemalt werden dürfen oder nicht. Dabei stellte sich heraus, dass es für die Kinder einiger Gruppen die Regel gab, keine Spielsachen mit in die Höhle zu nehmen. Andere kannten diese Regel wiederum nicht. Weder Kinder noch Erwachsene wussten, warum es diese Regel überhaupt gab. Das war ein guter Anlass für das Kita-Team und die Eltern, bestimmte Regeln sowie deren Zweck zu überdenken.

Hier geht’s zu den anderen Beiträgen der Reihe:

Teil 1: Unsere Treppenstufen sollen schöner sein! Wenn Kinder fotografieren, was sie in der Kita verbessern wollen.

Teil 2: Das Hausdauch ist eine prima Rutsche! Wenn Kinder zeigen, wo sie am liebsten spielen.

Teil 4: Rituale: Warum machen wir das eigentlich so?

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