Ein Großteil der Eltern vertraut Kita-Fachkräften und Tageseltern. Mütter und Väter sind zufrieden mit den Möglichkeiten, sich aktiv zu engagieren. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Forsa-Umfrage, die im Auftrag des Programms Qualität vor Ort durchgeführt wurde.

 

Großes Vertrauen in Fachkräfte

Nur ein Prozent der Eltern vertraut den Fachkräften in ihrer Kita beziehungsweise den Tageseltern gar nicht. Demgegenüber geben 67 Prozent der befragten Eltern an, dass sie der Tagesmutter, dem Tagesvater oder der Kita-Fachkraft voll und ganz vertrauen. Ein wichtiger Fakt – denn schließlich geben Eltern ihre Kinder jeden Morgen in die Obhut der Fachkräfte und dies zum überwiegenden Teil mit einem guten Gefühl.

 

Wer trägt Verantwortung für die Qualität?

93 Prozent der befragten Mütter und Väter glauben, dass sich die Fachkräfte dafür einsetzen, dass die Qualität in den Einrichtungen gut ist und alle Kinder bestmöglich betreut und gefördert werden. Auf die Frage wer die Hauptverantwortung für die Qualität im Alltag von Kitas und Kindertagespflegeeinrichtungen trägt, zeigt sich ein deutliches Bild. Über die Hälfte der befragten Eltern (52 Prozent) sehen die Erzieherinnen und Erzieher in Kitas als Hauptverantwortliche, 27 Prozent schreiben die Verantwortung dem Träger zu und nur zwölf Prozent sehen die Politik in der Pflicht.

 

Die Einschätzung, wer die Qualität in der Kindertagespflege verantwortet, fällt noch eindeutiger aus. 80 Prozent der befragten Eltern sehen die Hauptverantwortung bei der Tagesmutter oder dem Tagesvater. Neun Prozent sind der Meinung, dass Eltern zum größten Teil die Qualität im Alltag in Kindertagespflegeeinrichtungen bestimmen, sechs Prozent sehen hier die Politik an erster Stelle.

Ein Prozent der Kita-Eltern bzw. drei Prozent der Eltern, die die Kindertagespflege nutzen, nennen das Jugendamt als hauptverantwortlich für die Qualität –noch hinter dem Einfluss, den Eltern sich selbst zuschreiben. Dabei hat das Jugendamt als sog. öffentlicher Träger der Kinder- und Jugendhilfe eine besonders wichtige Rolle bei der Qualitätssicherung und -entwicklung, denn Kindertagesbetreuung ist öffentlich gefördert und wird über das Jugendamt geplant, koordiniert und teilweise auch gesteuert.

Die eigene Fähigkeit zur Qualitätsbeurteilung schätzen fast alle befragten Eltern als gut oder sehr gut ein: 91 Prozent der Mütter und Väter mit Kindern in der Kita und 94 Prozent der Eltern mit Kindern, die von Tageseltern betreut werden. Sechs Prozent (Kindertagespflege) bzw. acht Prozent (Kita) bewerten ihre Fähigkeit zur Qualitätsbeurteilung als weniger gut oder gar schlecht.

 

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Gespräche mit Fachkräften und Erzählungen des Kindes wichtigste Informationsquellen

Um die Qualität in den Einrichtungen zu beurteilen, stehen den Eltern verschiedene Informationsquellen zur Verfügung. Die Wichtigkeit verschiedener Möglichkeiten, um sich ein Bild über die Arbeit in der Kita oder Kindertagespflegeeinrichtung zu machen, haben die Befragten wie folgt bewertet: 70 Prozent der Befragten schätzen die Gespräche mit den Fachkräften als sehr wichtig ein. Ebenfalls sehr wichtig sind einem Großteil der Befragten die Erzählungen des eigenen Kindes (65 Prozent). Auch die Bring- und Abholsituation gibt Eltern Einblicke in die Arbeit und den Alltag – 53 Prozent der Befragten schätzen diese als sehr wichtige Informationsquelle.  Der direkte, tägliche Kontakt ist für Eltern wichtiger, als spezifische Angebote der Einrichtung für Eltern, wie zum Beispiel Elternabende oder Gespräche mit anderen Eltern.

 

Großes Engagement: Eltern bringen sich aktiv ein

39 Prozent der befragten Eltern stimmen der Aussage „Ich engagiere mich aktiv, um die Erziehrinnen und Erzieher / die Tageseltern meiner Kinder in ihrer Arbeit zu unterstützen“ voll und ganz zu. Weitere 35 Prozent stimmen dieser Aussage tendenziell eher zu und nur acht Prozent engagieren sich gar nicht aktiv, um die Arbeit der Fachkräfte zu unterstützen. Zudem ist ein Großteil der Befragten mit den Möglichkeiten zur Mitsprache und Mitgestaltung in der Kita oder bei den Tageseltern zufrieden (82 Prozent).

 

Arbeit der Fachkräfte in der Öffentlichkeit noch nicht ausreichend anerkannt

Die öffentliche Anerkennung der Arbeit von Kita-Fachkräften und Tageseltern schätzt ein Großteil der Befragten (79 Prozent) als zu gering ein. Nur fünf Prozent der Eltern finden, dass die Arbeit in der Öffentlichkeit ausreichend Wertschätzung erfährt.

 

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Für die Erhebung im Rahmen des Programms Qualität vor Ort hat das Politik- und Sozialforschungsinstitut im April und Mai diesen Jahres 1.000 Eltern befragt.

 

Wir haben die familienpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen zu ausgewählten Ergebnissen der Erhebung befragt. Alle Rückmeldungen, die uns erreicht haben gibt es hier.