In unserer Beitragsserie „Kita hat System“ beantworten wir Elternfragen zum Kita-Alltag. Und geben Beispiele, wie die Arbeit in den Einrichtungen von den jeweiligen Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Dafür nehmen wir die Perspektive der jeweiligen Akteure im System ein. Hier: Die der Kita-Leitungen.

 

Endlich ist es soweit. Die Familie hat die Zusage für den begehrten Kita-Platz bekommen und möchte die Eingewöhnung des Kindes in den Kindergarten planen. Aus beruflichen oder persönlichen Gründen wollen viele Eltern gerne selbst entscheiden, wann genau sie ihren Nachwuchs beim Start in die Kita begleiten.

Doch das liegt oft nicht in ihrer Hand – vielerorts muss die Kita-Leitung den Zeitraum der Eingewöhnung vorgeben. Diese Entscheidung ist für Mütter und Väter leichter nachvollziehbar, wenn die Einrichtung offensichtliche Gründe dafür hat: Natürlich kann ein Platz erst besetzt und das Kind eingewöhnt werden, wenn andere Kinder aus der Einrichtung umziehen oder in die Schule gehen. Verständlich, dass die Eingewöhnung sich verzögert, wenn die für das Kind vorgesehene Erzieherin krank ist.

Eine Frage – zwei Antworten

Manchmal hängt die Wahl der Eingewöhnungszeit aber auch mit den organisatorischen Rahmenbedingungen der Kita zusammen. Dann kann die Antwort auf die Frage „Wann geht die Eingewöhnung los?“ von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ausfallen:

 

Christiane, Kita-Leiterin aus Hamburg.

Vor den Sommerferien

„Wir wollen die Eingewöhnungen für Kinder, Eltern und Kolleginnen gut gestalten. Hier in Hamburg erschwert das Kita-Gutschein-System die Wahl des idealen Zeitraums. Denn das Land zahlt nur für die tatsächliche Betreuungszeit, so dass wir ständig abwägen müssen: Wie viele Kinder müssen wir in welchem Stundenumfang aufnehmen, um das Personal bezahlen zu können? Wir versuchen deshalb, Kinder schon im Frühjahr neu einzugewöhnen, damit die Kollegen mit dem Wegbrechen von jährlich etwa 40 Vorschulkindern im Sommer nicht ihre Stelle verlieren oder in eine andere Kita wechseln müssen. Dieses Abwägen zwischen Wirtschaftlichkeit und Pädagogik ist ein schwieriges Unterfangen.“

Katarina, ehem. Kita-Leiterin aus Köln.

Nach den Sommerferien

„Bei der Eingewöhnung muss die Kita zwischen den individuellen Bedürfnissen der Familien und der Stadt als Geldgeber vermitteln. Denn bei uns in Nordrhein-Westfalen gilt das Kinderbildungsgesetz. Es sieht vor, dass das Kindergartenjahr immer am 1. August beginnt und dann alle neuen Plätze zu belegen sind. Viele Eltern wollen aber erst später im Jahr mit der Eingewöhnung beginnen, beispielsweise wenn das Kind noch zu klein ist oder sie noch Elternzeit haben. Manchmal sind die Kita-Leitungen dann gezwungen, den freigewordenen Platz an eine andere Familie zu vergeben, die zeitlich flexibler ist. Denn die Einrichtungen sind auf die Gelder der Stadt eingewiesen, um ihre Personal- und Betriebsausgaben zu decken.“

 

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