In unserer Beitragsserie „Kita hat System“ beantworten wir Elternfragen zum Kita-Alltag. Und geben Beispiele, wie die Arbeit in den Einrichtungen von den jeweiligen Rahmenbedingungen beeinflusst wird. Dafür nehmen wir die Perspektive der jeweiligen Akteure im System ein. Hier beantwortet Karl Schäfer, Ortsbürgermeister und Trägervertreter einer kommunalen Kita in Rheinland-Pfalz, zwei Elternfragen rund um das Bauen und Reparieren in Kitas.

 

Manche Eltern wollen sich engagieren und beispielsweise eine neue Rutsche für den Kita-Garten bauen – oder eine neue spenden und aufstellen lassen. Warum ist das nicht so einfach?

Karl Schäfer ist Ortsbürgermeister und Trägervertreter einer kommunalen Kita (© VG Maikammer)

„Wenn ein Spielgerät in einer Kita aufgestellt werden soll, müssen zur Sicherheit der Kinder zunächst einmal strenge unfallrechtliche Vorgaben beachtet werden. Der Träger einer Kita – bei kommunalen Kitas ist das die Gemeindeverwaltung – ist dafür verantwortlich, dass diese Regelungen beim Aufbau eingehalten werden und dies auch überprüft wird. Vor der Inbetriebnahme einer selbst gebauten Rutsche erfolgt beispielsweise eine Bauabnahme und Freigabe durch ein zertifiziertes Fachbüro oder den Gemeindeunfallversicherungsverband. Wenn die Anschaffung des neuen Spielgerätes auch finanziell durch die Eltern, sprich: den Förderverein der Kita, unterstützt wird, muss darüber hinaus ein gemeindliches Gremium die Annahme der Spende beschließen. Bei so vielen Beteiligten kann es also eine Weile dauern, bis das gut gemeinte Engagement der Eltern Früchte trägt und die neue Rutsche zum Einsatz kommt.“

Hereinspaziert in die sichere Kita!
Eltern und Kinder, die schon immer mal sehen wollten, welche Sicherheitsaspekte Verantwortliche in Kitas beachten müssen, können in einer Animation der Unfalkasse Nordrhein-Westfalen einen Rundgang durch eine virtuelle „sichere Kita“ machen.

Wann ist das neue Fenster endlich fertig? Das fragen nicht nur neugierige Kinder, sondern oft auch die Eltern, wenn etwas in einer Kita repariert oder neu angeschafft wird…

„Kommunale Kita-Träger sind Gebietskörperschaften. Diese müssen sich an vergaberechtliche Bestimmungen halten, wenn sie einen Dienstleister, beispielsweise für die Reparatur eines Fensters, beauftragen oder eine Firma mit der Lieferung neuer Fenster beauftragen. Nach § 22 der Gemeindehaushaltsverordnung muss der Vergabe von Aufträgen eine öffentliche Ausschreibung vorausgehen. Damit wird zum einen sichergestellt, dass die finanziellen Mittel der Kommune ökonomisch sinnvoll vergeben werden. Zum anderen sollen alle Unternehmen, die sich um diesen Auftrag bewerben, die gleichen Chancen haben. Ausnahmen, etwa eine beschränkte Ausschreibung oder eine so-genannte freihändige Vergabe sind nur unter besonderen Umständen erlaubt.

Leider können Handwerker in Kitas nicht so einfach loslegen wie hier… (© DKJS/P. Chiussi)

Manchmal stellt das jeweilige Bundesland auch Fördergelder für solche Investitionen zur Verfügung. Dann sind die Verantwortlichen in der Kita auch noch an die landesrechtlichen Grundsätze und Richtlinien des fachlich zuständigen Ministeriums gebunden. Es kann auch vorkommen, dass ein Kita-Träger sich zusätzlich an weitere Regelungen halten muss, zu denen er sich als Gebietskörperschaft selbst verpflichtet hat. Dazu zählen bestimmte Vorgaben im Umwelt- und Klimaschutz oder beim Tarifrecht.

Während es also den Kindern und Eltern nicht schnell genug gehen kann, müssen die Verantwortlichen genau schauen, dass all diese Vorgaben eingehalten werden. Nur so können sie sicher stellen, dass die Auftragsvergabe korrekt verläuft und die Ausschreibung nicht noch einmal von vorne beginnen muss – denn dann würde alles noch länger dauern.“

Mehr zum Thema:
Kita organisieren ist komplexer als ich dachte…“

… und was ein Vater als Vorstand einer Elterninitiativ-Kita noch gelernt hat. Hier schildert er seine drei wichtigsten AHA-Momente zum Kita-System.

Wann geht die Eingewöhnung los?

Was Kita-Leitungen auf diese Elternfrage erwidern, kann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein. Hier geht’s zu „Eine Frage – zwei Antworten“.

Wieso, weshalb, warum?

Manche Elternfragen zur Organisation der Kita lassen sich nicht so einfach beantworten. Weshalb es sich lohnt, trotzdem nachzufragen. Erster Teil unserer Beitragsserie „Kita hat System“.

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