Wenn die Tagesmutter oder der Tagesvater krank ist, müssen sich Kinder und Eltern flexibel zeigen. Auf welches Vertretungsmodell die Familien jeweils zurückgreifen können, hängt stark von den örtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen ab. Zudem können die Vertretungslösungen in der Kindertagespflege stark variieren oder auch kombiniert werden.

In unserem Überblick nehmen wir die gängigsten Modelle unter die Lupe: Was sind ihre Vor- und Nachteile für Kinder und Eltern?

 

Das Tandem

Beim sogenannten Vertretungs-Tandem schließen sich zwei Tagespflegepersonen zusammen, die gemeinsam nicht mehr als die erlaubten fünf Kinder betreuen. Bei einem Ausfall übernimmt eine Person alle Kinder der anderen. Meistens wohnen und arbeiten beide nicht weit voneinander entfernt und treffen sich im Alltag oft mit allen Kindern bei der einen oder anderen zuhause.

 

Die Vertretungsgruppe

Hier arbeiten mehrere, mindestens drei Kindertagespflegepersonen zusammen. Jede Tagesmutter bzw. jeder Tagesvater hält ein bis zwei Plätze für mögliche Vertretungsfälle frei. Alle Gruppen treffen sich wöchentlich an einem neutralen Ort, etwa in einem Familienzentrum oder auf einem Spielplatz, um sich gegenseitig kennen zu lernen. Nach der Eingewöhnungsphase wird jedes Kind einer bestimmten „Ersatz-Tagesmutter“ aus der Gemeinschaft zugeordnet und lernt diese sowie deren Zuhause noch besser kennen. Fällt eine Kindertagespflegeperson aus, werden die Kinder aus der Gruppe auf die vorher zugeordneten Vertretungen verteilt.

 

Mobile Vertretung oder Springer

Eine Mobile Vertretung oder ein so-genannter Springer vertritt eine oder mehrere Kindertagespflegepersonen in deren eigenen Haushalt oder in einer externen Einrichtung. Um die Kinder und ggf. deren Rituale kennenzulernen, besuchen die Vertretungen die Tagesmutter oder den Tagesvater einmal in der Woche („Kontaktstunden“). Manchmal sind sie auch zu den Bring- und Hol-Zeiten präsent, um sich den Eltern vorzustellen.

 

Tageskinderpflegeservice oder Vertretungsstützpunkt

Dieses Modell funktioniert ähnlich wie die Springer-Lösung. Allerdings arbeiten die Vertretungen nicht bei den Tagespflegeeltern zuhause, sondern in eigens dafür eingerichteten Räumen einer externen Kindertagespflegestelle. Wenn beispielsweise zwei Tagesmütter oder Tagesväter nur für Vertretungen eingestellt werden, können etwa zehn bis zwölf Kindertagespflegepersonen an dem Modell teilnehmen. Im Fall der Fälle übernimmt die Vertretung dann die gesamte Gruppe. Alle Kindertagespflegeeltern, die an dem Modell teilnehmen, besuchen den Stützpunkt einmal in der Woche, um ein Kennenlernen beider Seiten zu ermöglichen. Auf Elternabenden werden die Vertretungen auch den Eltern bekannt gemacht. Bei weiteren Varianten dieses Modells werden die Kinder in Familienzentren oder Mehrgenerationeneinrichtungen betreut.

 

Vertretung in der Großtagespflegestelle

In einer Großtagespflegestelle betreuen zwei oder mehr Tagesmütter oder Tagesväter ihre (je maximal fünf) Kinder in gemeinsamen Räumlichkeiten. Das heißt, die Kinder haben in Normalfall zwei Betreuungspersonen. Wenn eine davon ausfällt, kommt eine externe Vertretung zur Unterstützung der verbleibenden Kindertagespflegeperson hinzu. Diese externe Fachkraft hat die Kinder im Vorfeld bei regelmäßigen Besuchen schon gut kennen gelernt. Um sich auch den Eltern vorzustellen, sind die externen Fachkräfte auch manchmal zu den „Bring- und Hol-Zeiten“ präsent.

 

Vertretung in einer Kita oder in einem Kindergarten

Wenn die Tagesmutter ausfällt ist, dürfen die von ihr betreuten Kinder die Nest- oder Krippengruppe eines Kindergartens oder einer Kita aus dem nahen Umfeld besuchen. Es kann sein, dass die Kinder im Krankheitsfall auf mehrere Gruppen aufgeteilt werden. Die Tagesmutter besucht diese Gruppe im Vorfeld regelmäßig, um die Kinder mit den Erzieherinnen bekannt zu machen. Meistens arbeiten mehrere Tagespflegeeltern mit einer einzigen Einrichtung zusammen.

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