Worauf sollten Eltern bei der Suche nach einer Tagesmutter oder einem Tagesvater achten? Was ist wichtig, damit es dem Kind dort gut geht?

Tipps zu den buchstäblich wichtigsten Aspekten gibt unsere ABC-Checkliste zur KINDERTAGESPFLEGE.

 

K – Krankheitsvertretung. Wer passt auf den Nachwuchs auf, wenn die Tagesmutter krank, verreist oder auf einer Fortbildung ist? Viele Kindertagespflegestellen haben eine verlässliche Vertretungsregelung für geplante und unvorhergesehene Ausfallzeiten. Idealerweise lernt das Kind die Vertretungskraft im Beisein der eigenen Tagesmutter vorab in Ruhe kennen.

I – Interessen des Kindes. Die individuellen Interessen und das Wohl der Kleinen stehen im Mittelpunkt. Aufmerksame Tagesväter und Tagesmütter kennen die persönlichen Bedürfnisse jedes einzelnen ihrer Schützlinge und gehen respektvoll darauf ein. Sie geben den Kindern die Möglichkeit, gewisse Dinge selbstbestimmt und in Eigenregie anzugehen, unterstützen sie bei Bedarf – und lassen ihnen auch den Freiraum, sich mal zurückzuziehen.

N – Nähe zum Wohn- bzw. Arbeitsort. Vielen Eltern ist es wichtig, dass die Kindertagespflegestelle gut erreichbar und nicht zu weit von zuhause oder der Arbeitsstelle entfernt ist. So lässt sich das Bringen und Abholen des Nachwuchses flexibel in den Alltag einbauen und nimmt nicht zu viel Zeit in Anspruch.

D – Deutschkenntnisse der Tagespflegeperson. Die ersten drei Lebensjahre sind entscheidend für die kindliche Sprachentwicklung. Bei der Interaktion mit der Tagesmutter oder dem Tagesvater – sprich: beim gemeinsamen Spielen, Lesen, Essen, Wickeln und Anziehen – lernen die Kleinen besonders viel. Manche Eltern legen Wert darauf, dass die Betreuungsperson gut Deutsch spricht, andere finden es gut, wenn ihr Kind durch diese noch eine weitere Sprache lernt.

E – Erziehungsstil. Das Kind darf zuhause Dinge tun, die bei der Tagesmutter nicht erlaubt sind? Der Erziehungsstil der Tagespflegeperson muss nicht immer eins zu eins mit dem der Eltern übereinstimmen. Wichtig ist, dass das Kind zwischen beiden Seiten unterscheiden kann und die Erwachsenen sich respektvoll und partnerschaftlich über gemeinsame Erziehungsziele verständigen.

R – Räumlichkeiten. Tagespflegepersonen betreuen die Kinder entweder in den eigenen vier Wänden oder in extra angemieteten Räumen. Daher sind Kindertagespflegestellen sehr unterschiedlich ausgestattet: Manche haben einen eigenen Garten, andere einen extra Schlaf-, Tobe- oder Rückzugsraum. Die Räume sollten kindgerecht eingerichtet sein und bestimmte Richtlinien zur Sicherheit und Hygiene erfüllen.

Was es hier alles zu entdecken gibt!

Schon der ganz normale Alltag zuhause bei Mama, Papa oder der Tagesmutter ist sehr spannend für kleine Kinder. Überall gibt es etwas Neues zu entdecken und zu lernen!

Wo genau in Haus und Garten das sein kann, zeigt die Bildungsdirektion des Schweizer Kantons Zürich anhand einer interaktiven Karte. Ob Socke, Treppe oder Kuchen – hinter jedem noch so unscheinbaren Alltagsding verbergen sich tolle Lerngelegenheiten für Kinder unter vier Jahren. Diese werden in 40 mehrsprachigen Kurzfilmen vorgestellt. Hier können Eltern gemeinsam mit ihrem Nachwuchs auf Entdeckungsreise gehen.

T – Tagesablauf. Ein gemeinsames Frühstück, ein Ausflug in den Supermarkt oder auf den Spielplatz, zusammen kochen, Mittagessen und Mittagsschlaf, freie Spielzeit oder Nachmittagsvesper. Jede Tagesmutter gestaltet ihren Tag mit den Kindern anders. Ein gut, aber nicht zu streng strukturierter Ablauf und gemeinsame Rituale vermitteln den Kleinen Sicherheit und Geborgenheit.

A – Angebot an Aktivitäten und Spielmaterial. Gibt es altersgerechte und vielseitige Beschäftigungsmöglichkeiten und Spielsachen, die die Kinder auf verschiedene Weise anregen und fördern? Unternimmt die Kindertagespflegeperson Ausflüge in den Park, auf den Spielplatz oder in den Zoo? Viele Tagesmütter und Tagesväter beziehen die Kinder auch spielerisch in die alltäglichen Erledigungen wie Einkaufen, Kochen oder Putzen mit ein.

G – Gleichaltrige. Eine Tagespflegeperson betreut maximal fünf Kinder, meistens sind diese unter drei Jahre alt. Einige Eltern wünschen sich, dass der Nachwuchs in dieser kleinen Gruppe einen gleichaltrigen Spielkameraden findet. Aber wie in Familien können sich Kinder unterschiedlichen Alters gut aufeinander einstellen und Spaß miteinander haben. Ihr Verhältnis gleicht dann oft dem von Geschwistern.

E – Ernährung. Für das, was es zu essen gibt, sorgt die Tagespflegeperson selbst. Deshalb kann sie Essgewohnheiten, Wünsche oder mögliche Unverträglichkeiten einzelner Kinder meist gut berücksichtigen. Die Kleinen wiederum entwickeln ein gutes Bewusstsein für Lebensmittel und Essen, da sie oft beim Einkauf und der Zubereitung der Speisen dabei sind. Neben einem abwechslungsreichen und gesunden Mittagessen bieten Tageseltern auch gern zwischendurch frisches Obst, Gemüse und ungesüßte Getränke an.

S – Sympathie. Ist die Tagesmutter dem Kind sympathisch, dann ist das bei den Eltern meist auch so – und umgekehrt. Neben den vielen äußeren Kriterien, die es zu beachten gibt, sollten Väter und Mütter auch einfach mal nur auf ihr Bauchgefühl hören: Macht unser Nachwuchs im Beisein der Kindertages­pflegeperson einen glücklichen Eindruck? Denken wir, dass es ihm hier gut geht? Wenn beides der Fall ist, dann steht einem guten Vertrauensverhältnis nichts im Wege.

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P – Pädagogische Qualität. Die hängt in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung stark von der fachlichen Kompetenz der Tagesmutter oder des Tagesvaters ab. Für eine Pflegeerlaubnis brauchen diese zwar keine einschlägige Ausbildung, aber zwingend eine anerkannte Qualifizierung. Zudem sollten Kindertagespflegepersonen regelmäßig Fort- und Weiterbildungen besuchen, um die pädagogische Qualität hoch zu halten.

F – Flexible Betreuungszeiten. Eltern, die in Frühschicht arbeiten, brauchen andere Betreuungszeiten als solche, die ihre Kinder berufsbedingt erst am Abend abholen können. Weil Tagespflegepersonen meistens alleine arbeiten, ist eine gute Absprache für die Abdeckung der Randzeiten wichtig. Gemeinsam kann auf die Bedarfe der einzelnen Familien und auf die angebotenen Betreuungszeiten geschaut werden. Zu klären ist, ob die angebotenen Betreuungszeiten für das Kind überhaupt zum Familienrhythmus passen.

L – Liebevoller Umgang. Kuscheln, zuhören, trösten – gute Tagesmütter und Tagesväter zeigen viel Einfühlungsvermögen und pflegen einen liebevollen Umgang mit den Kindern. Denn viele Eltern entscheiden sich gerade deshalb für die Kindertagespflege, weil ihr Sprössling noch besonders viel Zueignung und Nähe zu einer festen Bezugsperson braucht.

E – Entwicklungsförderung. Können die Mädchen und Jungen ihre Stärken ausleben, Neues ausprobieren und sich darin üben? Kindertagespflegepersonen können die körperliche, geistige und soziale Entwicklung sowie die Selbstständigkeit der Kleinen fördern, indem sie ihnen bestimmte Aktivitäten anbieten und sie an ihren Alltagserledigungen teilhaben lassen.

G – Garten. Die Bewegung an der frischen Luft, das Rennen und Toben im Freien ist gesund und macht glücklich. Da ist es von Vorteil, wenn die Tagesmutter oder der Tagesvater einen eigenen Garten oder Hof hat. Ist das nicht der Fall, stehen bei vielen Kindertagespflegeeltern Ausflüge nach draußen, zu benachbarten Grünflächen oder Spielplätzen, regelmäßig und bei Wind und Wetter auf der Tagesordnung.

E – Elternzusammenarbeit. Geht die Kindertagespflegeperson auf Vorschläge und Wünsche der Eltern ein? Informiert sie diese über ihre Aktivitäten mit den Kindern und bezieht sie diese bei bestimmten Aktionen auch mit ein? Der gute Draht zwischen Betreuungsperson und Eltern ist grundlegend für eine gute Erziehungspartnerschaft.

Weitere Informationen für Eltern

So vielseitig wie die vorgestellten Auswahlkriterien sind auch die Anforderungen und Wünsche der Eltern. Jeder Mutter, jedem Vater sind andere Aspekte mehr oder weniger wichtig, wenn es darum geht, die richtige Kindertagespflegeperson für den Nachwuchs zu finden. Weiterführende Tipps und Checklisten finden Interessierte unter anderem in der Anforderungsliste Tagesmutter und im Handbuch Kindertagespflege des Familienministeriums (BMFSFJ) sowie beim Bundesverband für Kindertagespflege.

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