Zu viele Kinder, zu wenig Fachkräfte, Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab einem Jahr – das klappt nicht immer gut. Rund 300.000 Kitaplätze fehlen in Deutschland (Quelle: Insitut der Deutschen Wirtschaft). 

Wir hatten an dieser Stelle in vielerlei Hinsicht einfach Glück. Mit meinen beiden Söhnen Milan (5) und Nael (3) und meinem Mann lebe ich sehr ländlich gelegen am schönen Niederrhein. Sowie bei der Tagesmutter, als auch beim beziehungsweise mit dem Kindergarten hatten wir tatsächlich eine Wahl und mit der, die wir getroffen haben, sind wir wirklich glücklich. 

 

Familienähnliche Betreuung  

Nael ist kein Jahr alt als er seine Tagesmutter drei bis vier Mal in der Woche sieben Stunden täglich besucht. Um genau zu sein sogar zwei Tagesmütter, die zusammen bis zu neun Kinder betreuen. Tanja und Ines sind beide selbst Mütter dreier Kinder.  Ines` Mann ist Gartenlandschaftsbauer, baut Tomaten und Gurken im großen Stil an. Hier kommt immer frisches Gemüse auf den Tisch und die Kinder sehen, wo es herkommt. Ab und zu dürfen sie mit dem Traktor mitfahren oder einen Blick in die Gewächshäuser und den Hofladen werfen. Meist sind die Kinder mit Tanja und Ines hier, manchmal aber auch bei Tanja zu Hause. An Platz mangelt es auch hier nicht. Bei beiden ist es für die ganze Familie so natürlich und selbstverständlich, dass die Tageskinder einfach dazu gehören. Sie gehören zur Familie und sind nicht einfach nur der Job. 

 

Tagesmutter – eben mehr eine Berufung, als Beruf. 

 

Für uns Eltern ist der Gedanke ein so kleines Kind fremdbetreut zu wissen erst völlig befremdlich. Sorgen und Zweifel sind spätestens nach reibungsloser Eingewöhnung verflogen. Die familiäre und liebevolle Umgebung, die Gleichaltrigen um ihn herum, die Hofhunde, die Teenager Mädchen der Tagesmütter, all das Spielzeug – unser Sohn ist glücklich. Auch mein Mann und ich fühlen uns hier wohl. Das Konzept Kindertagespflege als Betreuung und intensive Förderung in familienähnlicher Atmosphäre geht für uns voll auf. Eines der ersten Worte von Nael ist „Görgh“, Jörg das ist Tanjas Mann. Einmal stehe ich völlig verpeilt mit Milan vor verschlossener KiTa Pforte. „KONZEPTIONSTAG“ steht da an der Tür. Natürlich kein Problem, er darf den Tag mit Nael bei seiner Tagesmutter verbringen. Bis heute sind die Teenagermädels unsere verlässlichsten, besten und einzigen Babysitter. Was soll ich sagen, wir haben mit der Entscheidung unser Baby zu einer Tagesmutter zu geben nur gewonnen, umso schwerer fällt der Abschied. 

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Selbstbewusster Start in die Kita-Zeit 

Denn kurz nach dem zweiten Geburtstag heißt es dann KiTa-Start. Altersgemischte Gruppen, mit Zwei- bis Sechsjährigen und offenem Konzept. Der Kindergarten ist ganz neu, denn auch hier ist der Bedarf an Kindergartenplätzen enorm.  Nebenan in der Gruppe ist der große Bruder, der kennt sich schon aus und er nimmt Nael ab und an, wenn er Zeit und Lust hat noch an die Hand. Sie treffen sich zum offenen Frühstück oder im Bauraum, den sich die Gruppen teilen. Die Regeln und Strukturen, der Betreuungsschlüssel und die Erwartungen hier im Kindergarten sind natürlich anders. Doch durch die Betreuung bei der Tagesmutter ist unser Kind so selbstbewusst, selbstständig und gefestigt, sein Urvertrauen in uns ist stark, er weiß „die kommen nachher wieder!“. Auch hier läuft die Eingewöhnung wunderbar und Nael fühlt sich schnell als Teil der bunten, inklusiven Gruppe hier. Ich empfinde nichts wichtiger und wertvoller, als meine Kinder in guten Händen zu wissen und das glücklich.  In den großen Sommerferien fragen beide Jungs nach zwei Wochen, wann denn eeendlich wieder Kindergarten sei. Und ja, das freut mich sehr. Denn mal ehrlich, was ist schlimmer als ein weinendes, unglückliches Kind zurück zu lassen und zur Arbeit zu müssen?! 

 

Glückliche Kinder – glückliche Eltern. 

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