Auf in ein neues AckerJahr – es wird umgegraben, gesät, gepflegt, gegossen, geerntet, gekostet und experimentiert – und zwar in der Kita. Denn im Rahmen der GemüseAckerdemie legen kleine und große Gärtner und Gärtnerinnen auf oder in der Nähe des Kita-Geländes einen Acker an. Unter Anleitung, sowohl fachlich als auch pädagogisch, bauen die Kinder selbst unterschiedliche Gemüsearten und -sorten an. Das geernetet Gemüse wird von den Kindern frisch probiert und wenn möglich weiterverarbeitet oder an die Eltern verkauft.

Der Frühling naht und damit geht es für die teilnehmenden Kitas und Schulen bald das erste Mal auf den angrenzenden Acker: Zum ersten Pflanztermin. Tomaten werden gesetzt, Möhrensamen ausgesät und Kartoffeln in die Erde gelegt. Bis April befinden sich alle aber noch in der „VorAckerzeit“. In einer ersten Fortbildung lernen die Fachkräfte viel über den Ackerbau und wie sie das Konzept in ihrer Einrichtung umsetzen können. Das Team der GemüseAckerdemie steht dabei mit Rat und Tat zur Seite, etwa, wenn es an das erste Umgraben des Ackers geht. Fachkräfte und Kinder erhalten Starterpakete mit Materialien für den Ackerbau, Pflanzen und Samen kommen in den Einrichtungen an – und die Spannung steigt. 

Die GemüseAckerdemie wird möglichst langfristig in den Kita-Alltag integriert.

 

Was steckt dahinter? 

Die Motivation hinter der GemüseAckerdemie: Immer weniger Kinder wissen heute, wo ihre Nahrungsmittel herkommen. Noch weniger haben je selbst Gemüse angebaut. Aber auch die Lebensmittelverschwendung soll verringert und das Bewusstsein für einen wertschätzenden Umgang mit Nahrungsmitteln gestärkt werden. Außerdem nehmen Übergewicht und Diabetes bei Kindern in Deutschland kontinuierlich zu – eine gesunde Ernährungsweise und ein Bewusstsein über die Herkunft guten Essens soll dieser Entwicklung entgegenwirken. 

 

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Was bekommen die Kinder vermittelt? 

  • Gesunde Essgewohnheiten: Die Kinder ernten, probieren und verarbeiten Gemüse. So lernen sie frühzeitig was gesunde Ernährung bedeutet und verankern diese in ihren Essgewohnheiten. 
  • Naturverbundenheit: Die Kinder arbeiten mit Erde, beobachten das Wachstum der verschiedenen Gemüsesorten und entwickeln ein Verständnis für natürliche Abläufe. 
  • Bewegung und Motorik: Die Kinder zeigen Körpereinsatz und lernen mit den verschiedenen Arbeitsgeräten zu arbeiten, dadurch wird die körperliche und kognitive Entwicklung gefördert. 
  • Verantwortungsgefühl: Die Kinder übernehmen Verantwortung für „ihren“ Acker, das Gemüse und eine gute Ernte. Ältere Kinder entwickeln dabei eine Vorbildfunktion gegenüber Jüngeren. 
  • Chancengleichheit: Die Kinder ackern unabhängig ihres sozialen und kulturellen Hintergrundes – Unterschiede werden aufgehoben und Gemeinsamkeiten gestärkt. 

 

Große Beteiligung von Eltern 

© Katharina Kühnel

„Kommt, lasst uns in den Garten gehen“, sagen viele Eltern, wenn es darum geht, den Acker vorzubereiten. Gern wird mit angepackt, denn die Mütter und Väter freuen sich, etwas gemeinsam mit ihren Kindern aufzubauen und zu ernten. Viele Einrichtungen verbinden die Arbeit im Garten auch mit einem kleinen Grillfest – das stärkt den Zusammenhalt untereinander und die Eltern und Erzieherinnen und Erzieher lernen sich besser kennen. 

 

Wenn es Anfang Mai das erste Mal in diesem Jahr auf den Acker geht, wird die Redaktion mit dabei sein. Wie werden die Kinder das Ackern finden? Wann können sie das erste Gemüse ernten und wie wird es ihnen schmecken? Wir werden darüber berichten. 

 

Die GemüseAckerdemie

Die GemüseAckerdemie ist ein ganzjähriges, praxisorientiertes Bildungsprogramm mit dem Ziel, die Wertschätzung für Lebensmittel bei Kindern und Jugendlichen zu steigern und ein gesundes Ernährungsverhalten zu verankern. Träger des Programmes ist Ackerdemia e.V., eine gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, das gesellschaftliche Bewusstsein bezüglich Lebensmittelproduktion sowie gesunder und wertschätzender Ernährung zu stärken. Ackerdemia wurde im Jahr 2014 von Dr. Christoph Schmitz in Potsdam gegründet. 

Weitere Infos: https://www.gemueseackerdemie.de/ 

 

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