Rund 80 Prozent der Eltern sehen die Hauptverantwortung für die Qualität in Kitas und der Kindertagespflege bei Erzieherinnen, Erziehern und den Trägern oder den Tageseltern. Die Rahmenbedingungen, in denen diese Fachleute arbeiten, gestalten Bund, Länder und Kommunen. Jetzt gibt es ein gemeinsames Eckpunktepapier für ein Qualitätsentwicklungsgesetz mit höherer Bundesbeteiligung – ein guter Weg, um die Qualität in den Einrichtungen zu befördern?

 

Das Eckpunktepapier der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) vom 18./19. Mai 2017 ist ein erster Schritt, zur Steigerung der Qualität in Kitas und Kindertagespflege.

Damit alle Kinder Chancen haben, muss die Qualität in der Kindertagesbetreuung stimmen. Deshalb wollen wir hohe Qualitätsstandards für frühkindliche Bildung gesetzlich festschreiben. Unser Ziel sind gut ausgestattete Kitas. Dazu zählen geeignete Räume, technische Ausstattungen und vielfältige Spielmöglichkeiten. Wir werden uns auch um eine gute personelle Ausstattung kümmern. Es geht uns dabei um ausreichend Personal, gestärkte Kitaleitungen, eine noch bessere Qualifizierung der Fachkräfte, Gesundheitsförderung, Fachberatung, Erziehungspartnerschaft mit den Eltern und passgenaue Öffnungszeiten.

Weil wir wissen, dass dies alles nicht zum Nulltarif zu haben ist, setzen wir uns dafür ein, dass sich der Bund deutlich und dauerhalft finanziell beteiligt.

 

74 Prozent der Eltern geben an, sich aktiv in ihrer Kita zu engagieren, um die Fachkräfte bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Inwiefern können Mütter und Väter Ihrer Meinung nach zur Qualität in der Kita und der Kindertagespflege beitragen?

 

Eine Kita, in der sich die Familien der Kinder engagieren, ist eine lebendige Kita. Eltern und Angehörige sind dann nicht nur dabei, sondern mittendrin. Der familiäre Austausch über die Erlebnisse in der Kita funktioniert einfach besser, wenn alle wissen, was läuft. Letztendlich profitieren die Kinder, wenn sich ihre Eltern Tipps und Tricks von den Fachkräften, aber auch von anderen Eltern holen.

Eltern, die sich in die Gestaltung der Räume einbringen oder auch mal einen Ausflug planen und begleiten, bereichern den Kitaalltag. Sie bringen eine weitere Erwachsenenperspektive ein und können sich auch mal um Angelegenheiten kümmern, die ansonsten nicht drin wären: zum Beispiel um das Erschließen von zusätzlichen Ressourcen der Gemeinde. Angehörige, die tagsüber Zeit haben, können Fach- und Hilfskräfte entlasten. Erzieherinnen und Erzieher haben dadurch mehr Zeit für wichtige Vor- und Nachbereitungen der pädagogischen Arbeit.

Eltern und Angehörige, die sich in die Kita einbringen, tragen deshalb zu besserer Qualität in der frühkindlichen Bildung bei.

 

Erzieher, Erzieherinnen und Tageseltern spüren den Erwartungsdruck der Eltern, melden uns aber deutlich zurück, dass sie ihre Qualitätsansprüche an die eigene Arbeit aufgrund unzureichender Rahmenbedingungen nicht immer umsetzen können. Welchen Handlungsbedarf sehen Sie und wie kann man die Arbeitsbedingungen der Fachkräfte verbessern?

 

Menschen, die in Erziehungsberufen arbeiten, verdienen mehr Anerkennung und gute Arbeitsbedingungen. Sie müssen ständig wachsende Herausforderungen meistern: zum Beispiel die Zuwanderung von vielen Familien nach Deutschland oder den Megatrend des digitalen Wandels.

Aufgrund dieser vielfältigen Herausforderungen werden die erziehenden Berufe weiter an Bedeutung gewinnen. Dieser Bedeutungszuwachs muss sich auch im Einkommen widerspiegeln. Zusätzlich wollen wir, dass die Ausbildungen gebührenfrei sind und eine angemessene Ausbildungsvergütung gezahlt wird. Wir setzen uns für bessere Übergänge aus anderen Berufen, mehr Vollzeitbeschäftigung und interessante Aufstiegsperspektiven ein. Um der Zersplitterung der arbeitsrechtlichen Vereinbarungen und der Tarifabschlüsse zu begegnen, werben wir für einen allgemeinverbindlichen Branchentarifvertrag. Das alles bedarf einer gemeinsamen Anstrengung der Träger, Dienste und Einrichtungen, aber auch des Bundes, der Länder und der Kommunen.

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