Die Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Eltern in der Kita haben die Juroren des Deutschen Kita-Preises beeindruckt. Doch nicht nur deshalb hat das Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße im hessischen Maintal die Auszeichnung in der Kategorie „Kita des Jahres 2018“ gewonnen. In unserem Interview erzählt der Elternbeirat des Familienzentrums, was die Einrichtung besonders macht.

  

Was haben Sie gedacht, als Sie von der Auszeichnung Ihrer Kita erfahren haben?

Wir waren stolz und empfanden riesige Freude. Endlich wird wahrgenommen, was hier geleistet wird. Das gab allen einen großen Motivationsschub – schließlich erhält man so eine besondere Auszeichnung nicht jeden Tag.

Und als Sie von der Bewerbung und Nominierung erfuhren?  

Wir wurden während einer Elternbeiratssitzung über die Bewerbung unserer Kita informiert. Aber bei mehr als 1.400 Teilnehmern sieht man seine Chancen erst mal als gering an. Selbst wenn man weiß, dass die Einrichtung es verdient hätte. Als wir unter den letzten 30 Kitas waren und die Einzige aus Hessen, waren wir schon sehr stolz. Schließlich landeten wir sogar unter den letzten zehn – welche Leistung! Dann der Gedanke: Wenn wir unter die letzten Fünf kommen, wäre das echt stark.

 

„Am Ende war nur noch der erste Platz offen – die Spannung war kaum auszuhalten.“

Einige von uns verfolgten schließlich auch die Preisverleihung: Jedes Mal, wenn eine Kita genannt wurde, dachten sie: Leider wieder nichts, aber es ist ja auch noch nicht vorbei. Am Ende war nur noch der erste Platz offen – die Spannung war kaum noch auszuhalten. Und dann fiel tatsächlich der Name unserer Einrichtung. Das war unglaublich!

Die Auszeichnung des Familienzentrums Ludwig-Uhland-Straße mit dem ersten Deutschen Kita-Preis wurde natürlich auch ordentlich gefeiert: Hier geht es zu den Bildern und dem Video der KiKANiNCHEN-Monsterparty in der Einrichtung.

Warum hat das Familienzentrum Ihrer Meinung nach den Kita-Preis verdient?

Es ist einfach toll, was dort für die Familien geleistet wird. Das Personal sieht beispielsweise die Eltern als Experten für ihre Kinder, das zeigt schon diese positive, vertrauensvolle Grundhaltung uns gegenüber. Und mit dieser Haltung ist ein ganz anderes Arbeiten möglich. Nämlich gemeinsam als großes Team, bestehend aus Leitung, Fachkräften, Kindern und Eltern.

 

„Es gibt viele Angebote und Austauschmöglichkeiten. Alle werden gleich behandelt.“

Welche Angebote von und für Eltern gibt es?

Wir haben beispielsweise ein Elterncafé, in dem sich Väter und Mütter aus dem Stadtteil mit ihren Kindern zum Austausch treffen können. Für unsere ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger wurde das Projekt Mama lernt Deutsch ins Leben gerufen. Zudem haben wir eine Psychologin vor Ort und Beratungen zum Thema Hochbegabung. Neben unserem Tagesmuttertreff und den über das Jahr verteilten Feierlichkeiten gibt es viele weitere Angebote für Familien aus dem Stadtteil.

Der Elternbeirat des Familienzentrums Ludwig-Uhland-Straße freut sich über die Auszeichnung (© privat).

Warum, denken Sie, ist das Interesse an Ihrem Familienzentrum so hoch?

Das Zentrum genießt bereits seit Jahren einen guten Ruf, der stetig wächst. Das Verhältnis untereinander, also zwischen der Leitung und den Mitarbeitenden sowie zwischen dem Personal und uns, den Eltern und Kindern, ist sehr unkompliziert. Alle werden gehört und gleich behandelt – egal woher sie kommen, wieviel sie besitzen, was sie können oder wie sie aussehen.

Viele Familien schätzen auch das breite Angebot für die Kinder selbst: Es gibt zum Beispiel Hort-Tanzprojekte, das Kinder-Sprachscreening KiSS, das Projekt Zahlenland, PC-Kurse für Hortkinder, die Schulkind-Begleitung, eine Songwerkstatt und Musicalprojekte.

 

„Eltern werden ernst und wahr genommen.“

Was macht eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und dem Kita-Personal aus?

Leitung und Mitarbeiter sind immer ansprechbar, wir Eltern können jederzeit das Gespräch suchen. Dabei werden wir sowohl ernst als auch wahrgenommen. Durch die Entwicklungsgespräche, die Lerngeschichten für die Kinder sowie die ständige Rückmeldung sind wir immer auf dem aktuellen Stand und erleben eine starke Reflektion.

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Was macht eine gute Kita aus?

Das fragt sich auch Katharina Nachtsheim, Bloggerin auf Stadtlandmama.de, in diesem Gastbeitrag.

 

Ich glaub‘, ich spiel‘ im Wald!

Frühstückspicknick auf dem Baumstammsofa: Wir waren einen Tag lang zu Besuch in einen Berliner Waldkindergarten. Hier geht’s zur Reportage.

Wird die Tatsache, dass Ihre Kita ausgezeichnet wurde, Ihre Elternarbeit beeinflussen?

Wir sind alle hochmotiviert und möchten dem Team weiter stützend beiseite stehen. Ebenso wollen wir anderen Eltern und Kindern bei Sorgen oder Fragen immer ein guter Ansprechpartner sein. Wir hoffen auch, dem Team noch lange nach dem Kita-Preis-Trubel zeigen zu können, wie dankbar wir sind für die kompetente Arbeit, die Motivation und das Miteinander. Weiter so!

 

Hochmotiviert die nächsten Projekte angehen

Was steht als Nächstes im Elternbeirat an?

Wir wollen unseren Kindern ein paar kleine Räder anschaffen, die Leitung bat uns um die Kostenübernahme. Diesem Anliegen haben alle Eltern einstimmig zugestimmt. Darüber hinaus haben wir bei der Leitung die Neugestaltung unserer Horträume angeregt: Jacken, Ranzen und Kleinkram sollen separat gelagert werden können. Dieser Vorschlag wurde dann ans Team herangetragen, von dort ging das Anliegen in die Hortkonferenz, wo es besprochen und zur Umsetzung freigegeben wurde. Es kann also endlich losgehen! Außerdem planen wir bald unsere jährliche Weihnachtsfeier, die wir gemeinsam mit dem ganzen Team umsetzen werden. Darauf freuen wir uns schon, denn das hat in den letzten Jahren immer super geklappt.

Im zweiten Teil unseres Interviews schildern die Eltern der „Kita des Jahres 2018“, an welchen Alltagsdingen sie die besondere Qualität des Familienzentrums erkennen.

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