Ein Dankeschön an „unseren“ Kinderladen

Nach über zehn Jahren, in denen unsere Kinder nach und nach in „unserem“ Kinderladen in Berlin betreut wurden und werden, können wir ein ziemlich eindeutiges und gutes Fazit ziehen.

Zuerst einmal haben wir natürlich ziemlich großes Glück gehabt, es hätte sicher auch anders laufen können. Wir sind zufällig dort gelandet, vermittelt durch eine damalige Freundin, die Gutes gehört hatte. Die externe Betreuung der eigenen Kinder ist wohl die größte Herausforderung an Eltern. Schon der Gedanke daran, das eigene Kind von jemand anderem betreuen zu lassen, hat uns beim ersten Kind damals so einige Sorgen bereitet. Wir haben uns dann doch getraut, heute sind wir dankbar darüber, dass die Erzieherinnen und Erzieher in „unserem“ Kinderladen zu Freunden geworden sind. Eigentlich mehr noch, sie sind zu einem wichtigen Teil der erweiterten Familie geworden.

Das miterziehende Dorf – mitten in der Stadt

Unsere Kinder wurden im Kinderladen auf den Arm genommen und getröstet, wenn sie von „gefährlichen“ Feuerkäfern angegriffen wurden oder nach dem Mittagsschlaf nölig aufwachten. Der weltlustigste Erzieher hat mit ihnen Sperrmüll gesammelt und daraus irgendwelche lustige Maschinen gebaut. Sie haben im offiziell als bewegungsorientiert konzeptionierten Kinderladen getobt und gerechnet, getanzt und gemalt und Freundinnen und Freunde gefunden, die vielleicht sogar fürs Leben bleiben. Auch einige Eltern sind zu Freunden geworden, haben im Laufe der Jahre zwei oder drei Kinder dort betreuen lassen. Der Kinderladen war und ist für uns eher das miterziehende Dorf und nie ein Ort, an dem wir ein Kind nur abgegeben und wieder abgeholt haben.

Wir fahren immer wieder mal mit „unserem“ Kinderladen und dem Team ein Wochenende an einen Berliner See, um zu campen, zu singen, zu baden und viel zu lachen. Es mag wie ein Klischee klingen, aber diese Menschen sind wirklich die großartigste Entlastung unseres Alltags, die wir uns hätten herbeiwünschen können. Ohne diese Menschen hätten wir vieles gar nicht machen können und unsere Kinder wären heute nicht jene Kinder, die sie sind. Unser Kinderladen hat den Kindern immer viel zugetraut, ihnen Freiheiten gelassen und an ihrer Entfaltung mitgewirkt. Es geht so weit, dass unsere große Tochter bald ein Schulpraktikum macht, in genau diesem Kinderladen. Sie ist schon jetzt fast so groß wie jene Erzieherin, die damals ihre Eingewöhnung gemacht hat, als sie gerade mal zwei Jahre alt war.

Wohl der Kinder im Fokus

Nach über zehn Jahren wollen wir uns an dieser Stelle mal bedanken: Bei „unserem“ Kinderladen und dem Team, das seit über einem Jahrzehnt Bestand hat und mit tollen neuen Menschen ergänzt wurde. Es sind gute Freunde, die in ihrem Job fachlich kompetent arbeiten, sich viel fortbilden und vor allen Dingen immer das Wohl der Kinder im Fokus haben. Und anlässlich des Tags der Kinderbetreuung geht der Dank auch an alle Erzieherinnen und Erzieher, die eine ähnliche Idee von Kinderbetreuung haben und jeden Tag einen tollen und leider viel zu schlecht bezahlten Job machen.